Kau|der|welsch

Heute mal was naheliegendes. Geografisch gesehen, kommt das Kauderwelsch aus dieser Ecke. Vom Bodensee den Rhein aufwärts bis nach Chur und weiter über den bereits bei den Römern viel genutzten Septimerpass oder alternativ durch die bis etwa 1400 lebensgefährliche Via Mala über den Splügenpass und den San Bernadino nach Como, Mailand und zum Mittelmeer führen uralte Handelswege. Die alten Germanen nannten Römer die Welschen. Das Welsche war später entsprechend ein Sammelbegriff für romanische Sprachen und so taucht der Begriff nicht nur in den Begriffen Welschschweiz und Welschtirol auf, sondern auch abgewandelt in Walachei und in Wales.

Mindestens der Herr Luther bezeichnete die Räteromaner in Chur als Chauderwelsche. Tiroler nannten Chur damals Kauer. Vielleicht war es auch ein Wortspiel, denn kaudern wurde das genannt, was Händler und Hausierer zu der Zeit taten. Ihre untereinander genutzte Geheimsprache wurde von Aussenstehenden Rotwelsch genannt. Das war unverständliches Zeug für die nicht eingeweihten.

Geblieben ist der Ausdruck kauderwelsch für etwas seltsam fremd anmutendes oder ein unverständliches Gemisch aus Sprachen. Derweil wird im Churer Raum nach wie vor eine Sprache gesprochen, die für kaum mehr als 35000 Menschen vertraut ist: Rätoromanisch bzw. Bündnerromanisch. 


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