Mum|pitz

Butzemänner sollen zwergenartige Schreckgestalten gewesen sein. Schon lustig, was in traditionellen Kinderliedern so alles drin steckt. Kinder erschrecken, das war einmal ein probates Mittel der Erziehung. Der kleine Kerl soll mit Vorliebe nachts in Kleiderschränken und an Fenstern sein Unwesen getrieben haben. Irgendwann wurde Butzemann nett, wenn das Kind lieb war. Praktisch. 

Kann sein, dass der Name auch vom Wort verbutzen her stammt. Dann wäre es der Verhüllte. Noch heute verputzen wir gern Häuser. Aber vermutlich stammt der Name vom mittelhochdeutschen Wort bôzen. Klopfen oder poltern war damit gemeint. Butz wurde Potz wurde Pitz. Und da das Kerlchen vermummt war, wurde im 17. Jahrhundert daraus Mumpitz. Dies war dann eine Schreckgestalt für Einfältige und für die helleren Köpfe jener Zeit eine "Vogel"scheuche.

Der Begriff mäanderte weiter, es stand im Jargon der Börsianer eine Zeit lang für erschreckende Gerüchte, bis es im 19. Jahrhundert etwas bezeichnete, dass keinen Sinn ergab. Seitdem reden wir wahlweise vom Mumpitz oder Firlefanz, von Kinkerlitzchen oder Kokolores oder wir reden Larifari. 


Bild von Roger King auf Pixabay