Ried

Als Ried bzw. Feuchtgebiet werden Zonen bezeichnet, in denen trockenes Gelände in andauernd feuchtes Gebiet übergeht. Es handelt sich um wertvolle Lebensräume. Die Schlagworte sind: Hochwasserschutz, Klimaschutz, Naturschutz. Hier zeigt Natur wahre Vielfalt, wenn sie darf. Biotope wechseln an jeder Ecke. Ein Paradies für Pflanzen und Tiere. Vögel nutzen diese Zonen leidenschaftlich gern als Rastplatz oder Winterquartier, wenn sie dürfen. Biomasse wird hier überdurchschnittlich produziert. Pflanzen, Algen und Bakterien zaubern aus anorganischen Stoffen plus Licht organisches Material, binden dabei reichlich Kohlenstoff und Wasser. Quasi nebenbei filtern diese Ökosysteme das Grundwasser. 

Flächenversiegelung reduziert Riedflächen. Interessanterweise wurden die ersten Vorarlberger Riedflächen im Zweiten Weltkrieg unter Schutz gestellt (Rheindelta). Mit der Verordnung der Landesgrünzone im Talraum des Rheintals in den 70ern wurden die Begehrlichkeiten, auch in die letzten feuchten Wiesen hinein zu siedeln, gezügelt.

Seit 1980 bringen Steuerzahler Geld dafür auf, dass Bauern auf einem Teil der landwirtschaftlichen Flächen gnädig gegenüber der Natur sind. Leider ist die Karte der Schutzgebiete ein ziemliches Patchwork und so schmiegen sich intensiv bewirtschaftete Flurstreifen und Schutzzonen eng aneinander. Statistisch gesehen ist alles bestens, praktisch eher nicht. Ein Blick auf die Schutzflächen-Karte vom Rheintal zeigt auf einem Blick, wo das Problem ist: Nur pinke und dunkelgrün/-blaue Flächen sind halbwegs sicher vor übermässiger bäuerlicher Landschaftspflege (vorarlberg.at/atlas).