Zei|ger|pflan|ze

Hellsehen ist leichter als angenommen. Erfahrungen helfen. Morgens geht die Sonne auf. Sieh an. Tatsächlich. Wer hätte das gedacht! Hellsehen für Fortgeschrittene gelingt, wenn sich Erfahrungen mit Wissen über Gewohnheiten paart und wahre Meisterschaft entwickeln diejenigen, welche Muster erkennen können.

Bei Hochleistungs-Prognosen setzen wir inzwischen auf Künstliche Intelligenz. Selbstlernende Maschinen können wahre Meisterschaft in Mustererkennung und Interpretation entwickeln. Was wie Science Fiction klingt, ist längst oft bereits Realität. Selbst Ärzte holen sich inzwischen die zweite Meinung von der Rechenmaschine. Recht bald wird es umgekehrt sein.

Wer herausfinden möchte, wie sich Hellsehen anfühlt, kann vielleicht mit sogenannten Zeigerpflanzen starten. Es gibt Pflanzen, die sind echte Gewohnheitstiere. Viele dieser Pflanzen sind völlig intolerant gegenüber Veränderungen in ihrem Umfeld. Sie sind dann irgendwann weg. Und andere freuen sich, den Platz einnehmen zu können. 

Oh, eine Brennnessel. Stickstoff im Überfluss, sicher auch viel Humus und Wasser. Denn anders mag es diese Mimose nicht. Hahnenfuss, Vogelmiere, Holunder oder Löwenzahn sind mit von der Partie. Sauerampfer? Mag es sauer, eh klar. Aber auch Blaubeere oder Kamille mögen es. Level 2 des Hellsehens erfordert dann schon den Überblick über Pflanzengesellschaften, auf Fettwiesen bilden sich eben andere Pflanzen-WGs als auf Magerwiesen.

Gurus ziehen kurzerhand die Pflanze mit der Wurzel aus dem Boden und lesen nach einem kurzen Blick die Sünden bäuerlicher Kulturpflege dort ab. Mikroben und Pflanzen können nicht ohne einander und seshalb zeigen Wurzeln an, wie es um den Boden bestellt ist. Werden zudem bestimmte Pflanzen von Jahr zu Jahr häufiger, dann lassen sich daraus auch Schlüsse ziehen. Verschilfung von Wiesen ist bspw. selten ein gutes Zeichen. Hahnenfuss und Kreuzkraut arrangieren sich ebenfalls gut mit den wurzelzersetzenden Mikroben überdüngter, verdichteter Böden, sie wirken sogar antibiotisch.