Vi|ta|li|tät

Wir sind jetzt agil. Nachdem uns die wachsende Alltags-Komplexität nach und nach unsere schönen alten Management-Traditionen zerstört, brauchen wir neue Formen der Zusammenarbeit. Sowas wie Symbiose von IT-Versteher und Zahlenmensch wäre toll. Mimikry beherrschen wir ja seit der Schulzeit. Heute schon wen oder was nachgeahmt?

Nein? Dann bist Du ein komischer Vogel. Egal. Hauptsache lebensfähig, fit wie ein Turnschuh sozusagen. Andernfalls wärst Du aussen vor. Und das wäre blöd, denn es ist übliche Weg, sich mit seiner Umwelt zu arrangieren. Also, mach mit. Das schont Deine persönlichen Ressourcen, es ermöglicht Dir, vielfältig bzw. flexibel zu agieren und es erhöht Deine Funktionsfähigkeit.

Man könnte auch sagen, das macht Dich vital. Vitalität ist gut. Der Biologe nutzt dieses Wort, während der aufgeschlossene Ökonom von Agilität redet. Jener Homo Oeconomicus würde vermutlich die Fähigkeit, unter den vorgefundenen Umweltbedingungen zu gedeihen und zu überleben, anders umschreiben. Er würde - nachlesbar im Wikipedia - irgendwas von Management einer Organisation, flexibel und darüber hinaus proaktiv, antizipativ und initiativ zu agieren, um notwendige Veränderungen einzuführen, brabbeln.

Wie auch immer, der Punkt ist, dass sich die Umwelt aller Organismen ständig verändert, derzeit sogar rasant. Menschliche Kulturlandschaften und sein Sinn für Ordnung prägen inzwischen den letzten Winkel bewohnbarer Nischen. Vitalität ist zu einem sehr wichtigen Auswahlmerkmal geworden. Nicht jeder Organismus kann bei dem Wettlauf mithalten, speziell dann nicht, wenn er die Rolle des vermeintlich schnellen Hasen in einem fabelhaften Spiel hat. Überlegen winkt der listige Geselle am Feldrain, während Meister Lampe zwischen den ihm zugewiesenen Parzellen hin und her wetzt.


Bild von ErikaWittlieb auf Pixabay