Glücks|pilz

Mit dem Glück ist das so eine Sache, des Glück ist a Vogerl. Eben so ein Hormonding. Ein Mangel an Unzufriedenheit gepaart mit übererfüllten Erwartungen macht glücklich, sagt die industrielle Glücksforschung. Die will es genau wissen. Glückliche Kunden braucht das Land.

Aber was hat das mit glücklichen Pilzen zu tun. Viel. Die Pilze schiessen unter bestimmten Bedingungen aus dem Boden, zumindest im Volksglauben. Eigentlich sind es nur die Fruchtkörper der vermutlich grössten Lebewesen der Welt. Nahezu unsichtbar besiedelt das Mycel raumgreifend den intakten Wald- oder Wiesenboden wie auch die unwirtlichsten Orte mit organischem Material. 

Der Glückspilz war im 18. Jahrhundert ein Emporkömmling. Engländer nannten Aufsteiger "mushrooms", also Pilze. Erst später wandelte sich die Bedeutung des Wortes ins Positive. Glückspilz ist, wem unerwartet oder häufig Gutes widerfährt. Eine Prise Missgunst schwingt da noch mit. Aber wer kein Glückspilz ist, kann ja noch glücklicher Kunde werden.