Win|ke|on|kel

Mein Meister des Posens wird auch Bürgermeister genannt. Poseure, speziell vor und hinter der Kamera allzeit bereite, sendebewusste Medienschaffende haben einen Fulltime-Job. Das ist nicht so wie "knipsen"... "cheeeeese" und fertig?

Nein. So einfach ist das nicht, ständig hochmotiviert in die Linse zu grinsen oder dem Objekt seiner Vorzeige-Begierde hinterher zu jagen. Den einen Augenblick abzupassen, das ist harte Arbeit. Da muss jedes Detail stimmen. Echte Handwerkskunst eben. Da wächst man zum Meister oder man bleibt possierlich (neudeutsch: nice).

Ob mein Meister weiss, dass er da in etwas hineinwachsen sollte? Vielleicht hat er zu wenig Zeit. Und - neben all dem Aufwand für die Präsenz - Lobbyarbeit ist schliesslich auch harte Arbeit, beinahe schon eine Kunstform, wenn es denn nicht immer so diskret zugehen müsste. Da ist die tägliche Dosis Öffentlichkeit quasi das Ausgleichsprogramm.

Früher war das praktischer eingefädelt. Wenn ein magister civium gerade arg mit seiner Kungelrunde verbandelt war, dann sprang eben der nächste ein. Es gab mehr als einen Bürgermeister. Erst mit der Bürokratie wurde die Meisterschaft zur Verwaltung optimiert. Und so mutierte der wesentliche Job eines modernen Bürgermeisters zum: Winkeonkel. Huhu!


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