Pa|ra|dies|vo|gel

Es begann auf den Molukken, also irgendwo auf den indonesisichen Inseln. Die ersten Europäer, die für den Gewürzhandel dort hin segelten, bekamen - von den Einheimischen Göttervogel genannte - getrocknete Vogelbälge. Ohne Füsse, ohne Flügel, aber exotisch anzusehen, benannten holländische Seefahrer diese "avis paradieseus".

Allerdings bekam wohl bis ins 18. Jahrhundert in Europa niemand ein lebendes Exemplar von diesen Paradiesvögeln zu sehen und so wurden sie mystisch verklärt. Sehr früh schon wurden die Bälge als Luftgeister (Sylphen) populär und fanden den Weg in barocke Emblembücher als Symbol von Leichtigkeit, Gottnähe und Weltferne. Lange Zeit blieb die Fabel von dem ätherischen Göttervogel erhalten, der nie die Erde berührt.

Carl von Linné hatte - angeblich als Schnapsidee in einer durchzechten Nacht geboren - sich vorgenommen, allen Pflanzen und Tieren der Welt einen lateinischen Namen zu verpassen. Das hat er sehr konsequent gemacht. 1760 dokumentierte er dann auch die erste Paradiesvogelart anhand der von den Reisen mitgebrachten Vogelbälgern. Erst viele Jahrzehnte später wurden lebende Exemplare nach Europa verschifft.


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