Gän|se|füss|chen

99-66? 66-99? Kommt darauf an: Der typografisch versierte Brite präferiert die 66-99. Deutsche finden 99-66 gut, allerdings erst, seitdem computerbasiertes Schreiben unser Schrifttum dominiert. Das »signum citationis« war vom Barock bis in die 1970er eine Spitzklammer, liebevoll auch das Hasenöhrchen genannt.

Und im 19. Jahrhundert kam Jean Paul. Mit spitzer Zunge prägte er Begriffe wie Angsthase, Schmutzfink und Weltschmerz und dann lässterte er wortgewaltig über die Gelehrten, die sich in Zitaten aalten, statt eigene Gedanken zu Papier zu bringen.

Und so wurden aus den Hasenöhrchen die Gänsefüsschen, wahrscheinlich, weil die Spitzklammer ein wenig wie der Abdruck von Gänsefüssen im Sand wirkte. Aus Spitzklammern wurden Kommas. Ein typografisch korrektes Zitat startet mit der 99, dem doppelten Hochkomma, und endet mit dem umgedrehten doppelten Komma, der 66. Briten machen es umgekehrt. Franzosen sind einfach bei den Spitzklammern geblieben. Hauptsache Gänsefüsschen.