Mul|ti|kul|ti

Menschen, die sich mit Multikulti schwertun, bereichern nichtsdestotrotz gern diese Welt auf genau jene Weise. Wenn bspw. ein Politiker in seine Sakkotasche greift, kann es sein, dass er flugs eine Handvoll "Bienenweide"-Blümchenzauber hervorkramt und geschwindt auf einem Stück urbanen Ödlands verbreitet. 

Wenige Wochen später aalt er sich dann in seiner fotogenen Blühpatenschaft. Wer es nicht glaubt, kann sich gerne - die martialischen Wortungetüme wie "Blühoffensive" (quasi Krieg der Kräuter) oder "Bienenoffensive" (quasi Krieg der Bienen) googelnd - fortbilden. Politiker reden bereits von Natur-Vielfalt-Strategien, wenn sie Strassenränder mit einem Multikulti-Samenmix von Pflanzen, die sich in natürlichen Biotopen nicht freiwillig in die Quere kommen würden, bewerfen.

Dabei ist oftmals wenige Meter weiter gut zu beobachten, was passiert, wenn ein natürliches Biotop ausnahmsweise mal nicht mit Gülle und Rasenmäher malträtiert wird. Es erblüht. Einfach so und ohne Multikulti-Blühfolklore. Und ohne, dass nektartrunkene Hummelchen nach dem Labsal im Blütenmeer am Strassenrand vom nächstbesten SUV plattgemacht werden.