Rhe|sus|af|fe

2020 ist kein gutes Jahr für Labortiere. Während wir noch überlegen, auf welche Weise wir die Würde des Menschen am besten schützen, wurde Geld für die Entwicklung von Medikamenten eingesammelt. Pandemie ist eine schlechte Nachricht für Labortiere.

Vermutlich steht kein Tier so sehr für Experimente zum Wohle des Menschen wie der den Hindus heilige Rhesusaffe. Der Makake spielte in der Medizingeschichte eine wichtige Rolle: den "Rhesusfaktor" fand man 1940 zuerst in seinem Blut. 

Es brauchte pflegeleichte Labortiere, man entschied sich für den Rhesusaffen. Der liess sich Ende der 50er Jahre auch ins All schiessen. Seit der Zeit wurden Hunderttausende wilde Affen "exportiert". Viele überlebten bereits den Transport nicht. 1978 stoppte Indien die Ausfuhr vollständig.

2018 machten Mäuse bspw. 80% der ca. 2 Millionen Versuchstiere in Deutschland aus. Darüber hinaus wurden europaweit allein 2017 rund 12.6 Millionen Versuchstiere getötet, ohne dass sie überhaupt in der Forschung zum Einsatz kamen (Deutschland 2017: 3,9 Mio).

Jetzt werden auch Studien an anderen Tierarten wie zum Beispiel Affen wieder unumgänglich. Versuche mit Makaken wie Rhesusaffen sind aus Sicht der Forscher sinnvoll, weil das Immunsystem der Affen dem des Menschen ähnlicher sei. 


https://www.zeit.de/wissen/2020-04/tierversuche-zuechtung-toetung-forschung-labormaeuse

Foto Wikipedia, Mieciu K2 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link