Ideenschmiede: Digitaler Klassenraum

Mag sein, dass dieses Vorhaben nicht viel bewirkt, aber es ist zumindest ein Versuch. 

Die Motivation

Mitte März 2020 sind infolge der Covid-19-Pandemie viele Schulklassen für mehrere Wochen teilweise "offline" gewesen. LehrerInnen und SchülerInnen kommen nicht mehr direkt in ihren Klassen in Kontakt. Digitale Lösungen können das Problem nicht lösen, aber verkleinern.

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Gesucht wurden Lösungsansätze, die schnell helfen, die Klassen über "Digitale Klassenräume" wieder zusammenzubringen. Eine besondere Herausforderung ist, in Volksschulen (Klassenstufen 1 - 4) die Situation zu verbessern. Hier gibt es geringe Erfahrungen im Umgang mit digitalen Werkzeugen bei allen Beteiligten: Eltern, ihre Kinder und LehrerInnen.

Gebraucht werden Lösungen, die möglichst schnell - zum einen aus technischer und zum anderen aus methodischer Sicht - zu einem "Digitalen Klassenraum" führen, in dem LehrerInnen, Kinder und ihre Eltern sich austauschen können. Diese Seite hat das Ziel, freiwillig und kostenfrei zu helfen:

  • vorhandenes Knowhow zu finden und zu vernetzen
  • Lösungsvorschläge anzubieten
  • die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Werkzeugen zu erhöhen

Der erste Gehversuch: Erfahrungsbericht "Kokolorix" - Woche 1

Mit dem Tool Slack wurde für eine Volksschulklasse in Lustenau adhoc ein Virtuelles Klassenzimmer eingerichtet. Ich möchte davon berichten, wie es in diesem Feldversuch ausschaut.

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21.03.2020 -Erste Ideen/Anforderungen für ein "Virtuelles Klassenzimmer":

"Ich stell mir etwas vor, bei dem die Kinder von mir Aufgaben bekommen und ich sie dann mit ihnen sowohl schriftlich als auch mündlich ( so wie whstsapp Video oder facetime) besprechen kann. Etwas, was alle Schulstufen benützen können. Leicht verständlich und nachvollziehbar - auch und gerade für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache. Etwas mit Pflicht - und Wahlaufgaben."

Die Erwartungen

Das ist die Ausgangsidee, sie enthält einige Vorgaben:

  1. Rahmen: lowbudget, schnell umsetzbar, einfach erklärbar (LehrerInnen, Kinder, Eltern), hochverfügbar zwischen 7 und 18 Uhr, wenig ablenkendes Beiwerk, unterstützt Smartphone und PC/Laptop;
  2. ein gemeinsamer virtueller Raum pro Klasse
  3. es gibt mindestens eine(n) LehrerIn
  4. es gibt ca. 20 Kinder als SchülerInnen (t.b.d. max: ?) -
  5. jede(r) SchülerIn hat seine/ihre Eltern als Begleiter (Account einrichten, bei Aufgaben helfen, Kontakt zu SchülerInnen und LehrerInnen halten)
  6. LehrerInnen können allgemeine und personenbezogene Aufgaben an Schüler verteilen
  7. (hier spezifisch Montessori) allgemeine Aufgaben können separat für Schüler der 1., 2., 3., 4. Schulstufe vergeben werden
  8. Aufgaben können schriftlich erledigt werden
  9. Aufgaben können mündlich besprochen werden (pro Kind oder im Team) - t.b.d.: ist es nötig, die gesamte Klasse im "Call" zu haben? Vermutlich nicht, da akustisch zu unübersichtlich...
  10. wenn möglich soll Videocall unterstützt werden (bei älteren Kindern vermutlich über >>Smartphone)

Einige Anforderungen haben wir schnell wieder verworfen. Es ist für den Start zu viel. Zudem gibt es offene Fragen (ein erster Sprechversuch):

  • Was ist mit Kindern, die nicht am PC arbeiten können?
    >> Fotos vom erarbeiteten Papier via Smartphone?
  • Was ist mit Kindern, die daheim keine gute Netzwerkabdeckung haben?
    >> Hol- und Bringeservice?
  • Was ist mit Unterstützungsanfragen?
    >> Wer kann Support leisten?
  • Wie können Anleitungen - auch für Eltern mit Sprachbarriere - erstellt werden
    >> YouTube-Videos? 

Mir waren viele Digitale Werkzeuge (die ich jetzt eine Woche später kennengelernt habe) für die Schule völlig unbekannt. Aber in der Zusammenarbeit von Erwachsenen haben sich Tools wie Slack bewährt. Also habe ich zu dem gegriffen, womit ich bereits gute Erfahrungen machte. Wir gründeten ein "Kokolorix"-Slack.

Bei dem ersten vorsichtigen Gehversuch in dem Slack-Tool (als eine denkbare Option) ging es schneller als gedacht, dass die ersten aus der Schulklasse im Digitalen Klassenraum auftauchten und erste Sachen ausprobierten. Da haben wir (mein 10-jähriger Sohn und ich) geschwind begonnen den Raum einfach zu gestalten und vor allem Hilfestellung anzubieten.

Wir produzierten als erstes YouTube-Videos, in denen wir erklären, wie der Raum funktioniert. Das erste Resultat - "Teil 1: Raum öffnen" und "Teil 2: Starten" können sich sehen lassen. Wir haben viel gelernt auf dem Weg, YouTube-Stars zu werden. Vermutlich sollten wir nochein wenig üben. (Hilfsmittel: Handykamera, VLC für Bildschirmaufnahmen, Camtasiafür den schnitt, letzteres leider lizenzpflichtig, aber sehr intuitiv.)

Erste Erfolge

Fünf Tage später: Die Klasse ist jetzt - bis auf drei Kinder - "online", hat also einen Zugang zum "Virtuellen Klassenzimmer" gefunden. Die Lehrerinnen haben erste zur digitalen Kommunikation ermunternde Aufgaben eingestellt.

Drei Kinder erreichen wir auf dem digitalen Weg nicht, vermutlich auch nicht mit dem Smartphone. Somit erreichen wir sie auch nicht mit eMail, sondern nur auf ganz klassische Weise mit ausgedrucktem Material. Wir haben erkannt, dass es gut wäre, wenn es zwei Funktionen im Kokolorix-Raum gäbe:

  1. Feedback für die Lehrerin, welches Kind eine Aufgabe gesehen hat, so dass sie gezielt auf die Kinder eingehen kann
  2. Möglichkeit, Aufgaben als solche zu markieren und zu einem Stichtag als "Offline Dokument" zusammengefasst zu beziehen

Zu beiden Aspekten werden wir uns was überlegen. Eventuell ist das nicht primär ein Toolproblem. 

Vergleich mit anderen Gruppen

Tag 7: Es scheint fast leichter zu sein, eine Volksschulklasse adhoc in einen Digitalen Klassenraum zu bekommen, als eine Gruppe Erwachsener, die gemeinsam an einem Vorhaben arbeiten.

Parallel zum Kokolorix-Feldversuch habe ich einen zweiten Feldversuch im Unternehmen, für das ich arbeite, gestartet. Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Der grösste Unterschied: Einige Kinder haben weniger Berührungsängste mit diesem Werkzeug. Erwachsene warten erst einmal ab, was passiert. Während im Kokolorix-Klassenraum die ersten digitalen "Gehversuche" laufen, lauern die KollegInnen erst einmal und beobachten.

Meine Erfahrung aus einem dritten Raum, den wir für ein Vorhaben im Unternehmen schon länger nutzen, ist, dass - wenn das Vertrauen erst einmal da ist - die Kommunikation recht rege wird. Und es bilden sich selbstregulierende Informationsinseln. Persönliche, unterhaltende und für das Vorhaben wesentliche Informationen trennen sich so, dass die Betroffenen gut damit leben können.

Einige nutzen den Raum ausschliesslich, um zu lesen. Insbesondere die regelmässig Freitags laufende Umfrage (wie gehts, was finde ich gut, was stört mich, was bewegt mich) wird gerne gelesen.

Aber zurück zum Kokolorix-Raum: Dort posten einige Kinder inzwischen ihre Beiträge und andere kommentieren sie. Auch die Lehrerinnen kommentieren und posten neue Ideen und Aufgaben. Alles ist freiwillig. Zur Erinnerung: Es ist eine Klasse, in der 1. bis 4. Klässler gemeinsam lernen (Montessori-Ansatz).

Die Einschätzung der Lehrerinnen ist, das in den kommenden Tagen die Eindrücke und Meinungen der Eltern gesammelt werden sollten. Diese Art der Kommunikation ist gut für 4. Klässler. Alle jüngeren Schüler - besonders die 1. Klässler - nehmen das Angebot nur sehr zögerlich bis gar nicht an. Vielleicht muss der Kokolorix-Raum auf die 3. und 4. Klässler begrenzt werden. Dann könnte man für diese Kinder zielgerichteter Aufgaben oder Referate verteilen. Im Moment ist die soziale Interaktion ganz wichtig: "Was tust du? Was tue ich?". Deswegen wurden auch noch keine Aufgabenpakete verschickt. Beide Lehrerinnen wollen den Feldversuch weiterführen.

 

Alltagsbeobachtungen: Medienkonsum

Das Kind hat wieder einmal drei Gigabyte Daten aus dem Internet gesaugt. Nichts neues. Fussball ist seine Leidenschaft. Gut, dass es YouTube gibt. Dort gibt es scheinbar endlos Informationsschnipsel, Filmchen, mal mehr und mal weniger flache Sprüche und offenbar einiges mehr, von dem Eltern vielleicht gar nicht so viel wissen sollten. 

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Wenn das Kind abends fertig "geyoutubt" hat, dann ist es manchmal erschöpft. Deshalb haben wir den Konsum von YouTube-Daten begrenzt. Salfeld Kindersicherung hilft dabei, halbwegs den Überblick darüber zu behalten, was bitteschön einen 3 GB Daten-Download am Tag (und innerhalb von 2 bis 3 Stunden) verursacht und dabei das Kind erschöpft.

Bislang dachte ich, das Kind sei allein dumpf konsumierend im Internet unterwegs. Dann brauchten wir dringend selbst ein YouTube-Video, um anderen zu erklären, wie ein bestimmtes Tool funktioniert. Ich sah mich schon - zusammen mit einem gelangweilten Frühpubertisten - am Rechner hocken und genervt Videomaterial in ein Fünf-Minuten-Filmchen pressen.

Los geht es

Es kam anders. Mein Kind überraschte mich. Vielleicht könnten wir ja damit auch YouTube-Star werden. Das würde sich rechnen. Millionär würden wir als YouTube-Star ganz automatisch werden. Ich sah es vor mir: Wir würden demnächst mit der Schaufel ganz viel "Kohle" von links nach rechts schippen, damit all das viele Geld, das wir bald verdient haben, nicht verschimmelt. Fein.

Aber da kam noch mehr. Es entstanden gute Ideen. In Windeseile war eine markante Kopfbedeckung beschafft, das Haupthaar wurde schnell noch einmal sortiert und - zack - sass das Kind in "Los geht es"-Aufbruchstimmung vor dem Rechner und liess die ersten und teils kryptischen Anweisungen über sich ergehen.

Wir filmten den Bildschirm (mit VLC), während er ausprobierte, was ich versuchte zu erklären. So hatten wir einmal den Bildschirmmitschnitt und - parallel via Handykamera mitgefilmt - den frisch gebackenen Experten für den Zugang zu einer eher mittelspannenden Web-Applikation.

Unvermeidlich kam als nächstes der zähe Teil: Schneiden! Fünf Sekunden nach vorn, drei zurück. Super! Oder doch nicht? Nein? Ok. Hin. Her. Noch einmal. Da noch was richten, hier noch was justieren. Ziemlich zäh. Die Stimmung drohte zu kippen. Das war der Moment, wo der "YouTube-Star" entzaubert wurde. Nein - noch nicht ganz. Es war nur Teil 1 einer mühsamen Fleissarbeit. Aber: Wir hatten ein Ziel. Wir gehen ins YouTube.

Wir sind auf YouTube

Der zweite Teil gestaltete sich allerdings auch wieder unterhaltsamer. Wir brauchten noch die Tonspur. Das war lustig. Satz für Satz arbeiteten wir uns vor. Der Sprech des alten Mannes wurde kritisch gewürdigt und gegebenenfalls durch zeitgemässere Wortwahl ersetzt. So verging ordentlich Zeit. Keinen hat es gestört. Es waren ganz neue Erfahrungen.

Beim Schneiden und Vertonen griff uns eine recht intuitive Software namens Camtasia sehr hilfreich unter die Arme. Nach nur einem Tag hatten wir nicht nur alles im Kasten, sondern auch geschnippelt und vertextet. Die mütterliche Gütekontrolle wurde ebenfalls problemlos durchlaufen. Und dann war es unerhört einfach: Das Filmchen war im Netz. In YouTube! Dort, wo die YouTube-Stars hausen.

Die müssen sich jetzt warm anziehen. Wir wissen nun, wie es geht. Jetzt müssen wir uns nur noch ein wenig von den Anstrengungen erholen. Morgen geht es wieder los. Bestimmt.

Es scheint so, dass der Zwerg neuerdings die YouTube-Welt etwas kritischer beäugt. Da passiert etwas im Kopf. Haben wir etwa einen Meter gemacht auf dem Weg zur "digitalen Kompetenz"? Könnte sein. Hat offenbar auch gar nicht weh getan.

  

Wenn digitale Klassen(t)räume auf teils komplexe Datenschutzerwartungen treffen 

Ich kenne eine neue magische Zahl. Die 42 kenne ich schon lange. Die 13 ist auch keine Unbekannte. Sieben soll auch magisch sein. Aber was ist bitte mit der 16 los? Ich habe mir digitale Werkzeuge angeschaut, sogar das Kleingedruckte durchgesehen und dabei ein Muster entdeckt: Sei dabei, wenn Du 16 bist! Es ging um Tools für den digitalen Schulunterricht.

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Die 16 steht für die Altersgrenze, ab der Tools für den Einsatz in der Schule vorgesehen ist. Das ist auf den ersten Blick ein wenig seltsam. Es gibt dennoch eine einfache Erklärung.

Diese Altersgrenze hat etwas mit dem Datenschutz und den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu tun. In den USA gibt es offenbar die magische Grenze von 16 Jahren. Der Zutritt unter 16 Jahren wird mehr oder weniger deutlich untersagt. So werden Toolanbieter offenbar Verantwortungs- und Haftungsrisiken los. Es geht dabei offenbar um den Schutz personengebundener Daten.

Im Kleingedruckten findet sich dann regelmässig die Formel, dass der Zugang für jene, die jünger sind, nicht erlaubt ist oder sich nach den Richtlinien des jeweiligen Landes ausserhalb der USA richtet. Bei einigen Tools muss der Nutzer bestätigen, dass er über 16 Jahre ist. Das dürfte einen blütenreinen Einsatz dieser Tools in Schulen nahezu unmöglich machen.

Es geht um Datenschutzregeln

Also ist eine Auseinandersetzung mit den europäischen Datenschutzgesetzen und -richtlinien notwendig, bevor die Schulklasse digitale Gehversuche startet? Schwer zu sagen. Es ist recht mühsam, sich als juristischer Laie durch die vorhandenen Dokumente zu "graben" und es dann in einfache, für LehrerInnen, Eltern und vielleicht sogar Kinder verständliche Worte zu packen.

Für meinen Kokolorix-Feldversuch brauchte ich einen ersten Sprechversuch, den ich hier gern vorstellen möchte. Vielleicht hat dazu jemand Verbesseerungsvorschläge, Kommentare oder Anregungen? Euer Feedback ist willkommen. Mir war wichtig, dass den Benutzern des Digitalen Klassenzimmern bewusst ist, dass ein digitales Tool personenbezogene Daten speichert. Der Umgang mit diesen Daten muss auch von den Eltern minderjähriger Kinder aktiv begleitet werden.

Es muss, aus meiner Sicht, barrierefrei möglich sein, an die eigenen Daten zu gelangen und sie zu entfernen. Auch sollten alle "datenverarbeitenden" Aktivitäten freiwillig erfolgen. Diese und weitere Überlegungen flossen in den hier folgenden Sprechversuch ein.

Erster Sprechversuch

+ + + Sprechversuch: Schutz personenbezogener Daten + + +

Liebe Eltern, liebe Lehrerinnen,

es ist wichtig, dass ihr mit der Nutzung dieses provisorischen Virtuellen Klassenzimmers einverstanden seid. Wie in jedem digitalen Werkzeug hinterlässt jeder, der mitmacht, einige persönliche Datenspuren.

Auch werden - gerade hier - personenbezogene Daten gespeichert: Wenn euer Kind in diesem Raum etwas postet, dann ist das zunächst einmal gespeichert und sichtbar. Wir werden versuchen, einen für alle fairen Raum zu pflegen.

Folgendes ist wichtig zu wissen:

  1. Es kann jederzeit in diesem geschlossenen Raum ein Post von jedem wieder gelöscht werden. Das Löschen ist endgültig. Diese Daten werden nicht archiviert.
  2. Dieser Raum ist eine Übergangslösung, um eine Gruppenarbeit unter den aktuellen Bedingungen (Coronaproblematik) zu ermöglichen. Alle Daten und dieser Raum werden gelöscht, sobald der übliche Unterricht in der Schule wieder möglich ist.
  3. Keiner kann euch zwingen, in dem Raum etwas zu posten. Hier ist das aktive Mitmachen absolut freiwillig. Bitte gebt den Lehrerinnen Bescheid, wenn ihr nicht in diesem Raum bleiben wollt.
  4. Die Lehrerinnen und der Hausmeister werden die in diesem Raum gestellten Posts aktiv überwachen. Wir wollen, dass in diesem Raum genau so sorgfältig gearbeitet wird wie nötig, aber auch so frei wie möglich.
  5. Bitte kontrolliert als Eltern regelmässig die Nachrichten euer Kinder in den Fächern unterhalb "Direktnachrichten". Euer Kind kann dort mit anderen in der Klasse direkt und diskret kommunizieren. Wertschätzende Beiträge sind stets willkommen.
  6. Bitte informiert die Lehrerinnen oder den Administrator des Tools, wenn sich für euch etwas gepostetes komisch/falsch anfühlt.

Dieser Virtuelle Raum hat einzig den Zweck, für eine kurze Zeit ein Minimum an Kommunikation in der Klasse zu ermöglichen. Er soll allein den Kindern und den Lehrerinnen für ihren Schulalltag dienen.

Bitte benutzt die bislang üblichen digitalen Wege für die rein private Unterhaltung. Wir werden schon aus Datenschutzgründen alles löschen müssen, was nicht einen Bezug zum Klassenraum hat. Dafür bitten wir um Verständnis.

Wir denken, dass dieser Raum eine Chance ist, sich ohne direkten Kontakt zu begegnen. Bitte sendet uns euer Feedback, eure Anmerkungen und Meinungen zu diesem wichtigen Thema jederzeit, so dass wir uns verbessern können. Vielen Dank! 

 

10:1 für die Tools 

Auf die Frage, wie den Schulklassen geholfen werden kann, in einen digitalen Klassenraum zu ziehen, kamen viele Toolempfehlungen. Es waren aber nicht all zu viele Informationen darunter, welche der digitalen Wunderwaffen sich im praktischen Schuleinsatz bewährt haben, was dabei gut funktioniert hat und was die Hindernisse waren. 

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Das ist dann wahrscheinlich so, wie Weihnachten das drollige neue KI-Spielzeug adhoc zum Einsatz zu bringen, während alles kunterbunt durcheinander wirbelt: Verbinden Sie das Brain-Modul mit dem Netzwerk-Bus-123, während sie mit der einen Hand das Cooler-Deck leicht anheben, damit sie mit der anderen Hand die Face-to-Face-Sensoreinheit diametral justieren können...

Das wird schwierig. Immerhin gibt es eine Liste an Tools, die es lohnt, näher zu betrachten. Einige davon möchte ich jetzt hier auflisten. Allerdings finden sich auch auf den Anbieter-Seiten wenig Informationen darüber, wie man geschickt mit einer Einführung startet. Viele der Tools richten sich auch eher an Studenten und Schüler ab 16 Jahre.

Bei einigen Tools gibt es viel Funktionalität, aber es passt aus meiner Sicht nicht immer für erste digitale Gehversuche. Web-Applikationen von Tekkies für Tekkies sind nett, meist hübsch wie Schweizer Armeemesser anzusehen, aber es fühlt sich nicht gut an. Es ist recht komplex, was da mehr oder weniger sichtbar mit den Daten in diesen Tools passiert.

Letztes Jahr hat Google Play meinem Kind viele Euros innerhalb weniger Minuten abgeknöpft. Es ging um digitalen Schnickschnack in einer vor allem von Kindern verwendeten App. Mein Sohn fand eher zufällig und unbeabsichtigt die Lücke, wie er shoppen konnte Und das, obwohl wir dachten, das Smartphone sei sicher wie Fort Knox. Google war der Meinung, wir hätten von diesem kreativen Zugang zu InApp-Käufen wissen müssen.

Ich habe versucht, im Google-Doku-Universum die Funktionalitäten zu ergründen. Es ist komplex. Man könnte es auch einen Irrgarten nennen, es ist eigentlich nie ganz klar, wo man am Ende landet. Wie auch immer, ich habe nach etlichen Versuchen in Google den Anbieter der App kontaktiert und der hat auf Kulanz die Kosten erstattet und die App für mein Kind gesperrt.

Platzhirsche

Jetzt ist Google mit >> Google Classrooms einer der grössten Anbieter von digitalen Lernsystemen. Der Einstieg gelingt dort auch recht einfach und die Oberfläche wirkt aufgeräumt. Der erste Eindruck ist: Hier wird gelernt. Bitte keine Ablenkung, sicher fein für bestimmte Anwendungsfälle. Allerdings ist in Google scheinbar alles mit allem vernetzt. Das mag in den meisten Fällen auch passen, aber - wie oben skizziert - kann es auch einmal Probleme geben. Wer von euch hat Erfahrungen mit den Google-Classroom-Tools und in Hinblick auf den Umgang mit Daten und Einstellmöglichkeiten für PC und Smartphone?

Speziel für Volksschulen in Österreich gibt es ein digitales Werkzeug namens >> Skooly (Link zur >> Doku). Es ist eine Lern-App. Derzeit wird auf Bundesebene angesehen, mit Skooly eine bewährte und einheitliche Plattform allen Schulen zur Verfügung zu stellen. Die Zusage fehlt noch. Der Tipp kam von Leonie Dreher, eEducation Austria / Landeskoordination Vorarlberg für Volksschulen.

Von ihr kommt auch der Tipp zur >> Linksammlung einiger Tools für den Schuleinsatz (>> mediares.at).

An einigen Vorarlberger Schulen wird >> Microsoft Teams eingesetzt, bspw. verwenden sie an der HAK Lustenau hauptsächlich Teams, das recht gut funktioniert, wenn die Schüler sich bereits auskennen. Eine Rückmeldung zur Tooleinsatzfrage war: Ich sehe aber bei meinem Kind, 14, dass es doch einige Anlaufschwierigkeiten gibt, wennn das Tool vorher noch nicht in der Schule ausprobiert wurde.

Aus gleicher Quelle wurde noch alternativ auf >> Freedcamp verwiesen. Freedcamp wäre eventuell eine Aufgabenplattform, die relativ einfach zu handhaben ist. Diese Plattform ist nicht so umfangreich wie Teams, kann aber alles notwendige: Aufgaben teilen, chatten.

Trends

Ebenfalls öfter empfohlen wurde bislang >> Zoom. Rückmeldung war: Für Video-Telefonie verwende ich ZOOM. 40 Minuten Besprechungen sind kostenlos, ich kann ein Whiteboard und meinen Bildschrim teilen und das reicht für die digitale Zusammenarbeit mit Schülern. Ergänzt wird Empfehlung durch das Feedback, dass Zoom auch bei schlechten Internetverbindungen gut funktioniert.

Alternativ wurde auch >> Jitsi.org als Videokonferenzing-Plattform empfohlen. Eine Online-Einführung findet sich bspw. >> hier.

Neben Jitsi.org gibt es auch einen regionalen Anbieter >> faircom.eu, der - gemäss des Informanten - vergleichbare Kommunikationslösungen anbietet

Dann gibt es da noch die webbasierte Lösung >> itslearning. Dieses Tool ist gemäss Homepage-Informationen Ende der 90er Jahre entstanden und begann mit einer ähnlichen Ausgangsfrage: Warum werden digitale Werkzeuge so selten in ihrem Unterricht eingesetzt? Für eine Masterarbeit entwickelten sie ein Lernmanagementsystem als einen einzigen Ort, an dem Lehrkräfte ihre Lehrmittel und Dateien mit anderen teilen konnten und wo Lernende ihre Aufgaben vervollständigen und abgeben konnten. Heute ist es offenbar in eine grosse Plattform hineingewachsen.

Last but not least gibt es auch eine Cloud-Lösung >> nextcloud.com, die empfohlen wurde.

Es gibt also eine grosse Auswahl an digitalen Werkzeugen. Hier wurden zunächst einmal diejenigen vorgestellt, die in Rückmeldungen zu ersten Befragungen genannt wurden. Darüber hinaus gibt es einige Websites, die Lernmaterial bereithalten, hier bspw. >> appcamps.de. Oder es gibt auch Lernplattformen wie >> moodle, die ebenfalls einen einfachen Zugang versprechen.

Allein es fehlen die nachmachbar geschilderten "Erfolgsgeschichten", aus denen hervorgeht, wie konkret die Zusammenarbeit über digitale Werkzeuge gestartet werden könnte.

 

Ideensammlung "Medienkompetenz"

Es soll ja Menschen geben, die Medienkompetenz für übertrieben halten. Lesekompetenz sei wichtig, bescheinigte mir ein Mann vom Fach. Das äusserte er im Zusammenhang mit einer Inszenierung zur Verbesserung der Lernbedingungen für Schulkinder, an der er mitwirkte. Medienwirksam grinsten dort Menschen wie er in die Kamera.

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Die einen hatten 1000 alte Rechenmaschinen wiederbelebt und andere, wie er, vermarkteten sie als: Großartige Initiative „School Kids Online“. (Quelle Marktgemeinde Lustenau20200511_Großartige-Initiative-School-Kids-Online.pdf). Initiiert und durchgeführt wurde dieses Vorhaben allerdings nicht von dem Mann vom Fach. Es war der Verein "Digitale Initiativen" in Dornbirn. Dort enstand die Idee, dort fanden sich die emsigen HelferInnen.

Am Ende war es leider wieder nur eine weitere Marketing-Massnahme (Quelle Digitale Initiativen, 20200509_SCHOOL-KIDS-online-Plattform-digitale-Initiativen.pdf). Oder, vielleicht auch nicht?

Anfangs war ich auch dabei und hatte gehofft, dass sich da - in diesem Refugium der Digitalen Initiativen - neue nützliche Dinge entwickeln. Bedauerlicherweise lag der Fokus der Aktion nur auf dem Einsammeln und Wiederbeleben alter Rechner. Das ist mir zu wenig, denn ich meine, es löst das eigentliche Problem nicht im Ansatz.

Genauer betrachtet, ist es wie beim Computerspiel. Nachdem also der Mann vom Fach emsig Computer geschraubt und somit Level 1 geschafft hat, warten jetzt vier schwere Level auf ihn:

 
Level 2: Organisiert eine Wartungstruppe, die brachliegendem Gerät in den Schulen wieder Leben einhaucht
 
Level 3: Veteinbart endlich das seit längerem auf Landesebene wartende Konzept für Digitale Klassenzimmer
 
Level 4: Findet Zugang zu bestimmten Gruppen, gern als bildungsfern abgestempelte Familien, die keine Hobby-ITler sind
 
Level 5: Macht einige konkrete Meter in Richtung Medienkompetenz
 
Ansonsten haben die stolzen Besitzer der Rechenmaschinen ihre Zeit eher in Elektroschrott investiert. Das wäre doch schade.
 
Ich bin übrigens gern bei Level 5 gern dabei, für die anderen Level braucht es eher andere Leute. Und so entstand die Idee: Wie wäre es, wenn man neue Angebote zum Thema Medienkompetenz schafft, die nicht toolfixiert sind?
 
Da selbst in abgelegenen Winkeln der Welt offensichtlich viele junge Menschen bereits Zugang zu TikTok &. Co. haben und selbst Mond und Hunde zahlreich im Internet vertreten sind, dürften Level 3 und 5 die echten "Challenges" werden. Dazu müsste sich auch was in den Köpfen der Bestimmer und Gestalter ändern. Kinder sind da erfahrungsgemäss offen. wenn das Vorhaben glaubhaft, spannend und nützlich erscheint. Nicht jede Lustigenauer Schulleitung sah allerdings Anfang dieses Jahres die Notwendigkeit von digitaler Kompetenz. Das Kaufen von Rechenleistung ändert erst einmal nicht das "Mindset. 
 
Der Mann vom Fach hatte zu diesem Gedanken auch eine Meinung: "Was digitale Technokraten im Mindset ihrer (Rechen)Leistungsgesellschaft oft ausblenden: es geht immer auch um Lesekompetenz ... Medienerzeihung: Lesekompetenz statt Medienkompetenz."
 
 

 

Nun denn, frisch ans Werk!

Sammeln wir also Ideen für Lese- und Medienkompetenz: