Perspektivwechsel: Propaganda

Propaganda ist böse. Das macht man nicht. Oder doch? Esst Kartoffeln! Wie jetzt? Ja, esst Kartoffeln. Österreicher essen jetzt österreichische Kartoffeln. Ok: Vorarlberger essen Grundbira. Wurscht. Erdäpfel essen, sagt der Kaiser. Punkt. Glaubt ihr nicht? Doch: Quelle Standard | 20200519_Standard.pdf.

Ok, da ist eventuell eine bulgarische Kartoffel fotografiert worden. Aber Nationalismus ist eh Mist. Ausserdem machen es die Belgier auch. Esst belgische Kartoffeln! Wegen all dem Abwarten haben auch dort die Menschen vergessen zu konsumieren. Also, hopp hopp liebe Belgier, Kartoffeln kaufen: Quelle Das Erste |  20200519_Daserste.pdf.

So neu ist das gar nicht. Der alte Fritz hat es bereits getan. Nur hat er sich am Ende ein wenig schlauer angestellt. Er hat es mit Versuch-Irrtum-Lernen probiert.

Dies ist die Legende: Brandenburg war wie Berlin bereits im 18. Jahrhundert arm, aber sehr sexy. In Pommern war Hungersnot. Kartoffelbefehle gab es reichlich, nur, "was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht". Also entsendete der alte Fritz "Knollenprediger".

Der gemeine preussische Bauer blieb stur (vermutlich auch der Bauer von nebenan...). Und hungerte. Also liess der Fritz (Friedrich der II.) auf seinen Feldern Kartoffeln anbauen und strengstens bewachen. Voll geheim halt!

Bauernschlau erkundigten sich die Landwirte im Umland, was das soll. Es hiess, dass sind Spitzenprodukte der königlichen Küche. Nur für kleine Könige! Stehlen strengstens verboten!

Tja, und wie das so ist, kurz darauf war Preussen ein Kartoffelland. Erst waren die Knollen vom königlichen Acker weg und dann tat die Mundpropaganda den Rest. (Quelle Wikipedia | 20200519_Wikipedia.pdf)

So gesehen ist Propaganda also eigentlich auch weder gut noch schlecht.