Perspektivwechsel: Einsame Spitze

Habt ihr es auch vernommen? Der oberste Virologe ist unzufrieden. Keiner hat ihn so lieb, wie er es sich gern wünschen täte. Früher hätte man ihn kurz drücken können. Geht aber nicht, daran hat er fleissigst mitgewerkelt.
 
Da klagt der Mann an der Meinungsspitze also darüber, dass nicht jede Aussage mit ihm abgestimmt wurde. Das kenne ich aus meinem Alltag als Organisationsentwickler. Das sagen Spitzenmanager auch oft. An der Spitze ist es aber auch echt einsam.
 
Insbesondere wird es einsam, wenn man glaubt, der einzige zu sein, der ein komplexes Problem lösen kann. Alle anderen müssten sich nur besser unterordnen. Mehr Ordnung und Kontrolle wäre noch gut.
 
Mein von mir gewählter Spitzenpolitiker wirkt auf mich auch langsam so. Ich, sein Wähler, bin irgendwie so ein X-Typ (ein wenig zu faul, mit für ihn unzureichend Überblick/Ahnung und irgendwie lästig mit meinen Ansichten). Deswegen muss er für mich sorgen. Dabei hätte er gerade gut zu tun, das Problem zu lösen. Mehr Beifall, weniger Fragen wäre gut...
 
Vielleicht sollte in der Bildung das Thema Führung, neudeutsch Leadership, ein wesentlicher Baustein werden. Natürlich mit wenig, möglichst evidence-basierter Theorie und reichlich praktischer Erprobung. Alle machen mit. Dann ist die Spitze plötzlich gar nicht mehr soooo einsam.
 
Guten Rat gibts unter "Douglas McGregor", hier interpretiert von Niels Pfläging, Quelle: https://images.app.goo.gl/9vnCgfc8U7DmpQvy8
Leseempfehlung: Pfläging, Organisation für Komplexität...gibts bspw. über Bücherwurm
 

 
Aus aktuellem Anlass noch eine Fussnote zu einem Spitzenpolitiker aus dem Antik-Kurz-Programm: Auch die Oberlehrer der Maskenfolklore brauchen mal Pause und ein wenig Beifall 😎 tiptop
Danke für den Tipp aus dem Tirol!
 
♦ 13.05.2020: Quelle Youtube | Alternative